Agiles Projektmanagement kommt aus der Software-Entwicklung und hatte seinen ersten großen Durchbruch um die Jahrtausendwende. Agile Ansätze haben sich längst zum Megatrend entwickelt. Management-Abteilungen versprechen sich davon Digitalisierung, Flexibilität, Cultural Change und neues und interdisziplinäres Arbeiten. Ziel ist es, veraltete Versicherungs-IT-Systeme und konventionelles (weil lineares) Projektmanagement zu ersetzen. An deren Stelle treten moderne IT-Technologien und -Architekturen sowie agile Planungen und Software-Prozesse. 

Agile Methoden sind für das Projektmanagement von Vorteil, wenn die Anforderungen sich häufig ändern. Oder: Wenn die Planungshorizonte kurz sind, viel Spielraum für Innovation notwendig ist und die Beteiligten viel Eigenverantwortung tragen. Scrum, Design Thinking und Kanban gehören zu den gängigen agilen Methoden. Agile Teams führen sich selbstständig. Die Kommunikation ist eine selbstorganisierte Bottom-up-Kommunikation.

Die agile Entwicklungsmethode Scrum bezeichnet die meistgenutzte Form agilen Arbeitens in Organisationen. Die Entwicklung wird in Iterationen, sogenannten Sprints, organisiert. Eine priorisierte Anforderungsliste steht am Anfang eines jeden Sprints: der sogenannte Product Backlog. Anhand des Backlog zieht sich das agile Team mit Blick auf die Prioritäten so viele Anforderungen, wie es erfahrungsgemäß in einem Sprint umsetzen kann. Ein Sprint dauert eine bis maximal vier Wochen. Scrum selbst versteht sich vornehmlich als ein Framework, denn: Es schafft Rahmenbedingungen für agiles Arbeiten.

Jedes Scrum-Team besteht aus:

  1. Product Owner
  • Management des Product Backlog (Anforderungs-Analyse, Schreiben von User Storys, operative Backlog-Verwaltung)
  • Das Entwicklungs-Team sorgt (per Vertretung des Kundeninteresses) dafür, den Produktwert zu maximieren
  • Federführend verantwortlich für das Produktergebnis (Abnahme der im sogenannten Sprint Review, wo die Ergebnisse vorgestellt werden)
  1. Scrum Master
  • Hat einen Team- und Prozessfokus
  • Führt die Rahmenbedingungen für ein funktionierendes Miteinander im Team herbei 
  • Unterstützt den Product Owner größtenteils methodisch, übernimmt jedoch keinerlei Abstimmung mit den Fachbereichen
  • Verantwortet die Produktivität des Projektteams
  1. Team-Mitglieder
  • Sind selbstorganisiert
  • Handeln kundenzentriert 
  • Setzen Innovationen um, evaluieren und passen an
  • Sie können innerhalb eines gewissen Rahmens autonome Entscheidungen treffen
  • Besteht aus Entwicklern, Business Analysten und Testern